Interviews:
Christoph Fischer, Geschäftsführer Diakoniewerk Zschadraß gGmbH
Matthias Schmiedel, Bürgermeister der Gemeinde Zschadraß
ABM-Kräfte
Mitarbeiter der Klinik

 

Christoph Fischer, Geschäftsführer Diakoniewerk Zschadraß gGmbH:

Wie würden Sie die Geschichte von Zschadraß beschreiben?

Zschadraß war im 19. Jahrhundert ein moderner, spannender Versuch, neue Wege in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen zu gehen. 1868 sind hier Bauernhöfe gekauft worden, Pfleger und Patienten der ehemaligen Irrenanstalt Colditz sind eingezogen und haben ähnlich einer Kommune zusammengelebt und in der Landwirtschaft gearbeitet. Ärzte haben hier Neues in der psychiatrischen Versorgung versucht. Außerhalb der großen Krankensäle haben sie im Umgang mit der Natur und im Arbeitsprozess Hilfen für psychisch kranke Menschen entdeckt.
In Zschadraß ist dann um 1890 bis 1915 eine Krankeneinrichtung ohne Mauern entstanden. Zschadraß wurde nach den Kriegen des 20. Jahrhunderts ein Ort, an dem viele Tuberkulosekranke behandelt wurden, und es hat eine Gruppe von Ärzten gegeben, die gerade in diesem Bereich fortschrittliche Entwicklungen auf den Weg gebracht haben, die auch internationale Beachtung fanden. Zu Zeiten der DDR hat man Zschadraß mehr mit der Pulmologie in Verbindung gebracht, denn hier fanden viele Menschen besonders aus dem Erzgebirge, Bergarbeiter der Wismut, die durch den Uranabbau ihre Gesundheit verloren hatten, Hilfe.

Können Sie etwas zur momentanen Situation des Ortes Zschadraß und seiner Region sagen?

Zschadraß ist eine durch die Landwirtschaft geprägte Region, besonders nachdem es große industrielle Bereiche wie die Porzellanindustrie nicht mehr gibt. Es gibt ja Volkswirtschaftler, die sagen, dass Regionen wie Zschadraß in Zukunft entvölkert werden und wir nur noch in Ballungszentren leben. Ich denke, das wird wesentlich von den Menschen abhängen, die hier leben und vor allem davon, ob sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen.

Wenn Sie durch das Gelände von Zschadraß laufen, welche Stimmung spüren Sie dann hier?

Das hängt von sehr vielen Faktoren ab, z. B. von der Jahreszeit und dem Wetter. Der Frühling und der Herbst mit ihren Farben sind sehr schön in Zschadraß. Dann ist unser Park wie eine Insel. Ich fahre jeden Tag von Chemnitz nach Zschadraß. Wenn ich am Morgen mein Auto verlasse, dann spüre ich, wie ich durchatmen kann. Ein wunderbares Gefühl, ein wunderschöner Ort! So höre ich es auch von Kranken, sie sagen, hier können wir aussteigen, wo kann man sich besser seinen Problemen stellen und sie bearbeiten. Wir fühlen uns hier mit der Natur verbunden. Das ist etwas völlig anderes als in einer städtischen Großklinik.

Wie läuft das momentan mit Besuchern? Kommen auch Einheimische und Mitarbeiter der Klinik ins Museum?

Die Menschen aus der Region sind zur Eröffnung des Kunstmuseums in einer großen Zahl gekommen. Ich hätte dies so nicht erwartet. Im Alltag aber gehören sie sicherlich nicht zu den häufigsten Besuchern. Viele Besucher nehmen einen längeren Weg auf sich, um unser Kunst + Museumsprojekt zu sehen.
Von unseren Mitarbeitern wird die Ausstellung eher selten besucht. Es gibt Ärzte, die erfahren erst von ihren Patienten von der Ausstellung.

Zu unser aller Überraschung kommen wöchentlich ca. 15 bis 20 Besucher. Zu den Besuchern gehören sowohl einzelne Gäste als auch Gruppen. Wir freuen uns über Neugierige aus Köln, Dresden, Bautzen, Berlin oder Meißen. Schön finde ich, dass Schulklassen vorbeikommen, einzelne Schüler oder Patientengruppen aus unserem Krankenhaus, manchmal schaut eine ganze Station hier vorbei.

Sie haben ja selber schon einige Führungen durch das Museum gemacht. Mit welchen Gedanken und Worten beginnen Sie?

In der Regel treffe ich mich mit den Gruppen im Diskussionsraum und versuche, etwas über Zschadraß zu sagen und über die Arbeit der Diakonie hier in Zschadraß. Dann ist es mir wichtig, den Besuchern am Anfang mitzuteilen, dass es sich um ein Kunstwerk handelt, dass sie nicht Ausstellungsstücke besonderer Qualität oder besonderer Zahl hier vorfinden, die sie lückenlos durch die Geschichte führen. Ich vergleiche es gern mit der Arbeit eines Malers, der seine Arbeit getan hat. Ist das Bild fertig gestellt, dann hängt es irgendwo und Menschen sehen es. Dann beginnt ein völlig neuer Prozess, nämlich das Bild wirkt, es löst etwas aus... Nachdenken, Gefühle, Angst, Ärger, Wut, was auch immer. Ich denke, dass dieser Prozess sehr wichtig für Menschen ist und zunächst fast nichts mehr mit dem Künstler zu tun hat. Ich sage ihnen, sie werden jetzt so ein Kunstwerk erleben, das mit ihnen reden will. Und ich lade die Gäste ein, anschließend noch einmal darüber zu sprechen, wenn sie möchten.

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit dem Künstler erlebt?

Jeder Tag barg die Möglichkeit von Überraschungen. Es war gelegentlich etwas nervig, besonders wenn er etwas unbedingt wollte, konnte er ständig bohrend nachfragen. Es gab Phasen, in denen wir zusammengestoßen sind, es gab auch Funken. Alles in allem aber haben wir immer wieder Kompromisse gefunden.

Glauben Sie, dass das Projekt eine Zukunft hat?

Das Projekt wird eine Zukunft haben, wenn wir es einbeziehen in alles, was hier in Zschadraß geschieht. Und wenn es uns gelingt, das Projekt weiter bekannt zu machen. Wann immer es möglich ist, sollten wir über das Projekt reden: bei Weiterbildungen von Ärzten, wenn ein Konvent von Sozialarbeitern sich trifft oder der Gemeinderat tagt.
Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass das Projekt auch für sich selbst spricht in einer deutlichen Sprache, so dass Menschen, die von hier weggehen, anderen Menschen davon erzählen. Da bin ich mir ganz sicher. So lange das passiert, hat es auch eine Zukunft.

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Matthias Schmiedel, Bürgermeister der Gemeinde Zschadraß

Können Sie etwas zur momentanen Situation des Ortes Zschadraß und seiner Region sagen?

Wir liegen zwar mitten in Sachsen, sind gleichzeitig aber, ich hab das mal so bezeichnet, das Sizilien des Muldentalkreises. In der Region ist eine sehr hohe Arbeitslosigkeit, im Colditzer Bereich so um die 30 Prozent. Die politische Gemeinde Zschadraß hat im Vergleich zirka 12 Prozent Arbeitslose, aber das liegt mehr an dem vorherrschenden Privateigentum. In den Dörfern, die zu unserer Gemeinde gehören, haben fast alle ein Häuschen und die ein Häuschen haben, gehen halt schaffen, auch wenn sie bis nach Österreich fahren zum Arbeiten. Diese Bereitschaft, weit zu fahren und Opfer auf sich zu nehmen, ist in einem Stadtumfeld wie Colditz nicht so gegeben.
Die Diakonie mit dem Krankenhaus Zschadraß ist mit 300 Arbeitsplätzen der größte Arbeitsgeber hier in der Südregion.

Sie haben sich sehr für dieses Projekt eingesetzt. Warum?

Zschadraß ist für mich immer Heimat geblieben. Man hat da eine Verbundenheit zu dieser Gegend. Zschadraß hat immer einen Wert gehabt, da haben viele ihr Brot verdient.
Ich habe das als gut empfunden, dass man Sie gewinnen konnte. Sonst wäre vielleicht ein Museum entstanden, wie es üblich ist: drei Töpfe von Erna, drei Bilder dazu und noch etwas darunter geschrieben. Viele sind positiv überrascht gewesen, dass es etwas ganz anderes ist. Ich merke das in vielen Gesprächen, wo mir jemand sagt, ich hab da was gelesen, da muss ich mal hinkommen. Die Idee, die Geschichte von Zschadraß darzustellen und die Vision, das mit einem Künstler durchzuführen, hat mich natürlich begeistert.

Wenn Sie durch das Gelände von Zschadraß, Ihren Heimatort, laufen, welche Stimmung spüren Sie dann hier?

Jetzt im Mai das Beste! Herrliches Grün, herrliche Parkanlagen. Es ist das Gefühl, man schweift durch einen Raum, der einem Ruhe, Stille, Geborgenheit gibt. Aber man merkt, wenn man den Blick schärft, dass die Rosenrabatte nicht mehr so gut aussieht wie früher, dass, ich will nicht sagen, die Fassade bröckelt, aber wenn man die Fenster ansieht, es so aussieht, als würde niemand dahinter wohnen. Das ist schon betrüblich. Es ist für mich aber auch eine Herausforderung. Diese Stille, dieser Baumbestand, diese Parkanlage ist für mich auch die Chance, denn hier kann man wohnen, wenn man älter wird und ein Verlangen nach Geborgenheit hat. Das ist eine Möglichkeit für Zschadraß, sich nicht nur mit dem Krankenhaus zu beschäftigen, sondern auch altersgerechtes Wohnen einzuführen. Das ist die Chance, die wir jetzt gerade am Schopf packen.

Fühlen Sie Ihren Ort verstanden, wenn Sie sich das Ausstellungsprojekt ansehen?

Ich sehe den Ort in einem anderen Licht, als es der Einheimische vielleicht sehen würde oder möchte. Aber ich finde ihn wieder, mit einer anderen Blickweise. Das ist das Begeisternde an dem Museum. Wenn ich reingehe und komme dann raus und sage huch, das ist eine Sichtweise, so habe ich mir das selber noch nicht darstellen können. Deshalb sage ich, das Museum ist ein Spiegelbild, das aber nicht eins zu eins wiedergibt, sondern in einer anderen Form und das finde ich eigentlich gut.

Bezieht das Projekt Ihrer Meinung nach eine Position zur Psychiatrie und hat es Ihre Sicht auf Psychiatrie beeinflusst?

Ich könnte mir vorstellen, dass sich die Gelehrten da streiten. Es ist die Sichtweise des Künstlers, der es gestaltet hat, eine Sichtweise, die viele Möglichkeiten der Interpretation bietet. Es kann einen Fachmann, der sich im medizinischen Bereich bewegt, begeistern, aber auch jemandem, der noch nie mit Psychiatrie zu tun hatte, Anstoß zum Nachdenken geben. Deshalb halte ich das Projekt auch für so gelungen. Das ist kein Kitsch, das ist ein Bezug auf dieses Phänomen des geistigen Wirrseins oder der Geisteskrankheiten. Ich habe mit verschiedenen Leuten gesprochen, die begeistert waren. Man merkt einfach, dass der Künstler eine gewisse Zeit wirklich mit dem Thema gelebt hat.

Für mich persönlich ist es schon so, dass ich durch das Museum etwas an Lebenserfahrung hinzugewonnen habe, man diskutiert schon etwas anders. Es ist eine Bereicherung für den eigenen Horizont. Obwohl ich als Kind hier groß geworden bin, hatte ich eine andere Sichtweise. Die Interviews mit den Patienten im dunklen Raum beispielsweise waren hochinteressant für mich und ich habe auf einmal anders über diese Krankheiten nachgedacht. Sonst fragt man sich immer eher, wie kann ein Mensch so etwas tun? Mich hat es zum Nachdenken angeregt. Das muss ich schon so sagen.

Gert Postel, ein gelernter Postbote, hat in Zschadraß eineinhalb Jahre als Oberarzt für Psychiatrie gearbeitet. Warum konnte das nicht in die Ausstellung eingebaut werden?

Das Ereignis ist einfach für alle Beteiligten zu frisch. Was da geschehen ist, konnte einfach noch nicht aufgearbeitet werden und deswegen hat man sich vielleicht so vehement gegen die Darstellung von Postel gewehrt.
Wenn noch ein paar Jahre ins Land gehen, wird dieser Gert Postel schon zur Geschichte von Zschadraß gehören. Das ist halt so. Ich vergleiche das immer mit Köpenick. Wer spricht vom Bürgermeister von Köpenick. Vom Hauptmann von Köpenick, von dem spricht man.

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit dem Künstler erlebt?

Es hat mich begeistert, dass wir das zusammen umsetzen konnten. Das ist keine bloße Hofierung. Es ist einfach toll, dass es hier in dem kleinen verschlafenen Dorf Zschadraß einem Künstler aus Wien gelungen ist, die Leute aus dem Schlaf zu wecken, zu zeigen, dass man mit der eigenen Geschichte eigentlich etwas machen kann. So ein Projekt angenommen zu haben, trotz dieser schwierigen Bedingungen, da muss ich sagen: Hut ab! Vor allem aber auch diese Beharrlichkeit, das umzusetzen. Es waren ja einige Steine aus dem Weg zu räumen, das haben wir ja während der Realisierung gemerkt. Man muss schon hartnäckig und zielstrebig sein. So kann man auch an größere Projekte herangehen. Die Ausdauer ist bemerkenswert.

Konnten Sie sich am Anfang, als noch kein Modell und kein Konzept des Kunst + Museumsprojekts existierte, irgendeine Vorstellung machen von dem, was hier entstehen soll?

Ich habe mir eigentlich nichts vorstellen können, bis ich das erste Mal das Modell sah. Das hat mich beeindruckt, diese Akribie des Künstlers vor Ort. Da habe ich mir gedacht, Mensch, das ist eine Sache, die beherrscht nicht jeder, das muss etwas werden. Ich habe in meinem Job schon vieles erlebt, dass Leute irgendwelche Visionen haben und es vergeht wie ein Luftballon.
Außerdem leidet ein normales Museum ja oft darunter, dass die wenigsten Leute da gerne hingehen. Hier habe ich festgestellt, dass es direkt gezielte Nachfrage gibt. Es ist eine gute Adresse, das Museum mit einzubinden, wenn wir hier in Zschadraß etwas aufbauen. Es ein Projekt, das lebt. Man merkt, wenn man reingeht, das nimmt einen mit. Das hab ich auch immer wieder von Leuten gehört, die sich das angesehen haben.

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Jörg Heinig, Nadine Näther, Andrea Winder, ABM - Kräfte

Am Anfang der Arbeit wurden Ihnen das Modell und die Ideen für die Ausstellung vorgestellt. Haben Sie während des Projekts einen Zugang zu der Ausstellung, bei deren Bau Sie hier mitgeholfen haben, bekommen oder erscheint es Ihnen als etwas Fremdes und Unverständliches?

H: Fremd eigentlich nicht, dadurch dass ich ein halbes Jahr schon hier auf Station gearbeitet habe. Aber die Machart war fremd. Unter einem Kunstprojekt hatte ich etwas anderes verstanden.
W: Ich kannte so etwas ja auch nicht, habe so etwas noch nie erlebt.
N: Fremd.

Also war es eher so, dass man für etwas arbeitet, was man nicht versteht?

N: Ja. Ich weiß ja nicht, wie da vorgegangen wird, in so einer Psychiatrie. Ich war ja noch nie da drinnen.

Ich komme selber aus einer Arbeiterfamilie, mein Vater ist Maurer. Deshalb hat es mich auch interessiert, hier zu arbeiten und auch mit Ihnen eine Basis zu schaffen, aber es hat irgendwie nicht so richtig funktioniert. Es war eher so, dass man eigentlich wenig Verständnis füreinander entwickelt hat.

W: Da waren wir vielleicht einfach die falschen Menschen.
H: Das war vielleicht auch die Organisation.
N: Hand in Hand muss das gehen, so wie auf dem Bau. Also, da heißt es nicht, Sie fahren dort und da hin und dann ist kein Werkzeug da.
H: Man hat sich oft gefragt, was soll dieser Scheiß jetzt hier. Als es los ging mit dem Schränke-Abbrennen, da hab ich mich gefragt, was soll das jetzt. Man kannte ja diesen geistigen Hintergrund nicht, was da jetzt dargestellt werden sollte mit diesen Schränken.
W: Ich hab das eigentlich schon mal gehört, dass man das in Museen so macht. Aber was sollte das Abgebrannte darstellen?

Und es hat sich da im Laufe der Arbeit auch nichts verändert?

H: Wenn man das Objekt insgesamt sieht, dann muss ich sagen, dann rollt der Rubel.
W: Da wird manches ein bisschen klarer.
N: In dem schwarzen Raum wird man ja selber meschugge.
H: Das soll wahrscheinlich darstellen, wie die Leute dann eingesperrt sind, für sich alleine, ohne Lichtblick am Horizont.
N: Es ist vielleicht für uns jetzt hier etwas ganz anderes, als das, was wir hier kennen. Da stehen sonst die Glasvitrinen da.

Könnten Sie damit mehr anfangen?

N: Nein, aber so kennt man das.
H: Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich gewundert habe, dass so viele Leute bei der Eröffnung da waren, auch von der einheimischen Bevölkerung.
W: Dreihundert!
H: Also ich muss sagen, als wir dann hier fertig waren, da wussten wir genau, wie wir miteinander umzugehen haben. Wenn wir eine Anweisung von Ihnen kriegen, wie wir das dann zu machen haben, so sollte es eigentlich von Anfang an sein. So war es aber nicht.

Eigentlich hätten Sie sich ein Kollektiv und klare Aufgaben gewünscht.

H: Klare Wege. Wenn man einmal etwas angefangen hatte, dann kam jemand mit einer anderen Aufgabe.
N: Es hätte früh besprochen werden müssen, das, das, das und nicht erst, wenn du fertig bist, wieder warten. So wie wenn man ein Haus von Grund auf baut...
H: Um dieses kollektive Verhältnis mit aufzubauen.
W: Es war eben nicht wie bei den anderen. Eine Bekannte von mir zum Beispiel, die tut eben nur Hecke schneiden und mähen, das ist eben kollektiv gesehen schöner.
N: Dass sich andauernd was geändert hat, das hat mich auch gestört. Die Wände werden weiß und am nächsten Tag hieß es, sie werden grün. Ich kann mich da nicht hineinversetzen, wie ein Künstler so ist. Er hat ja andere Phantasien.
H: Das flexible Denken ist eben nicht so da gewesen.

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Mitarbeiter der Klinik

Was halten Sie persönlich von dem Projekt?

Eigentlich ist das Museum gebaut worden, um sich einen Namen zu machen, damit man von Zschadraß spricht. Denn wenn man von etwas spricht, im Guten wie im Schlechten, dann wird es bekannt und man hat Chancen, dass jemand kommt und hier etwas macht, sich niederlässt oder investiert. Aber für die Bevölkerung, für die von hier, ist das eigentlich nicht. Die können damit nichts anfangen, der Verkäufer zum Beispiel.
Die, die sich mit Psychiatrie oder Psychologie beschäftigen, für die ja, die können sich darüber austauschen.

Warum wollten Sie Ihre Meinung nicht öffentlich sagen?

Offiziell ist unsere Meinung zwar gewünscht, aber wenn man sie äußert, dann kriegt man Probleme. Also machen wir einfach unsere Arbeit und mehr nicht. So lange die alte Generation hier arbeitet, wird das auch nicht anders werden. Und die Jungen wissen ja nicht, wie es früher war.

 

 

 

 

 

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