Grimmaische Rundschau, 27. November 2003

Wissenswertes...
Haben Sie schon einmal in ein gläsernes Gehirn geschaut? In Zschadraß wird’s möglich. Seite 19

Ins gläserne Gehirn geschaut
Blick in gläserne Gehirn – eine ausdrucksvolle Ausstellung in Zschadraß.

Zschadraß. Am Sonnabend vergangener Woche öffnete auf dem Gelände der Psychiatrie in Zschadraß eine beachtenswerte Ausstellung unter dem eigenwilligen Titel „Ort – jenseits – der – Straße“.

Der aus Österreich stammende Künstler Christoph Mayer chm. Realisierte mit Unterstützung der Gemeinde, der Diakonie, Medizinern und Historikern ein ungewöhnliches Kunst- und Museumsprojekt.

Den international arbeitenden Künstler interessierte schon immer, was mit dem Geist eines Menschen passieren kann. Er war nach Zschadraß eingeladen, um sich umzuschauen – er blieb, lebte und arbeitete mehrere Monate in der Klinik.

In fünf Rauminstallationen erhält der Besucher Einblicke und Sichtweisen der Geschichte und der Sicht des Künstlers auf die Dinge. In einem tief roten Raum mit schwarz verbrannten Schränken wird über Anstaltskultur oder Psychiatrie in der NS-Zeit berichtet. Aus einem anderen Raum spricht eine Stimme über ihr Leben. Schließt sich die Tür, herrscht völlige Dunkelheit, und der Besucher vernimmt das Verrücktsein eines Menschen.

Den letzten Raum betritt der Gast nur zögernd. Ihm öffnet sich ein tiefer Abgrund in Dunkelheit mit blinkenden Spiralen. Er glaubt in ihn zu stürzen... „Begehbares Gehirn“ nannte der Künstler diesen Spiegelraum mit einem frei schwebenden Mobile als Metapher für das menschliche Gehirn. Ein bizarrer Ort für eine ungewöhnliche Ausstellung.

Diese ist immer mittwochs von 13 bis 17 Uhr geöffnet oder nach telefonischer Vereinbarung unter: 034381 / 87403 zu anderen Terminen.

Alex

 

 

 

 

 

 

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